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Lizenztrends: Analyse des Spielwarenhandels

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Wie sich die Corona-Pandemie auf den Umsatz mit Spielzeug weltweit ausgewirkt hat

Analyse des Spielwarenhandels

Im Rahmen von Global Toy Connect, einem Online-Event, der im Februar 2021 vom Marktforschungsunternehmen NPD Group veranstaltet wurde, schilderten führende Branchenexperten, wie sie die aktuelle Situation einschätzen und wohin die Reise für den Spielzeugmarkt gehen dürfte. Zunächst ging es um den Einzelhandelsumsatz, der 2020 in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 16% zulegen konnte. Trotz der coronabedingten Einschränkungen schlug sich der amerikanische Markt wacker, sodass der Mai zum umsatzstärksten Monat wurde (+ 38%). Neben den Einkäufen im stationären Handel gab es auch ein Wachstum im Onlinehandel. „2020 war für die Spielzeugbranche in den USA beispiellos gut. Das Wachstum, das wir gesehen haben, zeigt, dass Eltern ihr Augenmerk zuallererst darauf legen, dass ihre Kinder glücklich sind“, so Juli Lennett, Vizepräsidentin und Beraterin für US Toys bei The NPD Group. „Die Familien haben erkannt, dass Spielzeug dazu beiträgt, dass ihre Kinder beschäftigt, aktiv und glücklich sind“, führte sie weiter aus. In Europa sah es dagegen nicht so gut aus. In Frankreich gab der gesamte Einzelhandel um 1,5% im Vergleich zum Vorjahr nach, in Italien waren es sogar 6,9%.

Die Vertreter von The NPD Group informierten die Teilnehmer auch über neue Marketing- und Produkt-Trends und unterstrichen, dass es innovativer Vertriebsansätze bedarf, die die Bedürfnisse der Kinder von heute berücksichtigen, um in diesem sehr differenzierten Markt erfolgreich zu sein.

Warum Geomarketing so wichtig ist

Die Umsätze bei Spielzeug waren aus mehreren Gründen in den verschiedenen Ländern unterschiedlich. Maßgeblich waren u.a., die Kaufkraft der Familien, pandemiebedingte Einschränkungen und ob die Kinder die ganze Zeit zu Hause waren. Für Unternehmen, die ihre Produkte exportieren wollen, ist Geomarketing ein wichtiges Tool, um die Marke bekannt zu machen und neue Kunden zu gewinnen. Geomarketing umfasst dabei sämtliche Vertriebsmaßnahmen, die sich auf geografische Daten stützen und eine bessere Planung der Vertriebsaktivitäten ermöglichen – angefangen von der Wettbewerbsanalyse bis hin zum Aufbau der Vertriebskanäle.

Dabei sind nicht alle Volkswirtschaften gleich und auch das Verhalten von Familien unterscheidet sich von Region zu Region, wie aus den Daten von NPD hervorgeht. Deutlich wird das z.B. daran, wie Preisnachlässe wirken: Rodrigo Vivanco, bei NPD Analytic Solutions Director für die Regionen Europa & Asien-Pazifik, führte hierzu aus, dass die Effekte von Land zu Land unterschiedlich sind. Im Vereinigten Königreich führte der Hinweis „Sale“ zu einem 5%-igen Umsatzanstieg, während die Umsätze in Italien um 7% zurückgingen. Das beweist, dass Geomarketing auch ein wichtiges Tool für die Preispolitik ist, nicht zuletzt, wenn es um die Planung von Werbekampagnen geht.

Die richtige Präsentation als Schlüssel zum Erfolg

Die richtige Präsentation im Handel

Wenn man davon ausgeht, dass technische Neuerungen wie Displays und Touch Screens eine große visuelle Macht auf die Kunden ausüben, dann gilt im Umkehrschluss auch, dass die herkömmlichen Präsentationsmöglichkeiten wie Schaufenster und Regale für eine effektive Warenpräsentation im Geschäft nach wie vor eine entscheidende Rolle spielen. Aurelia Florent, Leiterin des Bereichs Analytic Solutions Frankreich, und Francois Dealu, Leiter des Bereichs Analytic Solutions Europa, erklärten mit Blick auf die neuesten Umfragewerte, dass die Präsentation von Spielwaren für Hersteller und Einzelhändler eine echte Chance ist und daher auch sorgfältig abgewogen werden muss. Zu berücksichtigen sind dabei folgende Punkte: Auswirkungen auf den Umsatz, den Warenbestand und die prognostizierte Kundenzahl. Manager von Einzelhandelsgeschäften schalten häufig spezialisierte Flächenausstatter ein, die für eine optimale Nutzung der Flächen je nach Erfordernissen sorgen: Eröffnungen, Vorweihnachtszeit oder sonstige Neugestaltung von Verkaufsflächen. Florent und Dealu erläuterten darüber hinaus im Rahmen ihres Vortrags, dass die Warenpräsentation in einem Single-Brand Store die größte Wirkung entfalten kann, weil es sich dabei um ein äußerst wichtiges Element innerhalb der Bewerbung neuer Produkte handelt.

Harry Potter und Barbie: Zwei Evergreens unter den Marken

Harry Potter - Evergreen unter den Marken

Angesichts der aktuell schwierigen Lage verwundert es nicht, dass vor allem Marken mit einem gewissen Renommée der Krise trotzen konnten. So konnte nicht einmal Covid-19 der unverwüstlichen Barbie etwas anhaben, die dieses Jahr gleich zahlreiche NPD-Preise gewann: Global Top Toy Property des Jahres, Global Top Toy Property des Jahres in Europa, Top Gaining Property in Mexiko, Top Selling Property in den USA, Top Toy Property des Jahres in Brasilien. All diese Erfolge, die in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt erzielt wurden, zeigen, dass eine gut durchdachte Geomarketing-Strategie und sorgfältige Pflege der Präsentationsflächen am Point of Sale Wirkung zeigen.

Auch Harry Potter, der berühmte Zauberlehrling mit Brille aus der Feder der britischen Schriftstellerin JK Rowling, ist eine interessante Marke. Obwohl der letzte Kinofilm aus der Serie bereits aus dem Jahr 2011 stammt, verkaufen sich Harry Potter-Artikel nach wie vor gut. Gründe sind zum einen die Anziehungskraft der Marke und zum anderen die neuen Videoplattformen. Harry Potter hat nicht nur einen festen Platz in den Herzen und Köpfen von Kindern, sondern auch viele Erwachsene, die Anfang der Nullerjahre selbst noch Kinder waren, haben sich keinen einzigen Film entgehen lassen und sammeln begeistert Gegenstände oder Minifiguren aus dem Harry-Potter-Universum. Gabriella Lo Bue, Spezialistin für Kundenentwicklung in den USA, konnte hierzu berichten, dass der Launch der Filme bzw. Videos auf Netflix die Umsätze mit Zauberspielzeug noch einmal hat ansteigen lassen, was ein deutlicher Beweis dafür ist, dass auch Video-Content die Umsätze noch nach Jahrzehnten pushen kann.

Info

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