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Umsatztreiber & Trends bei Plüschtieren

Header_Trends bei Plüschtieren

Während zahlreiche Spielzeugkategorien einen Aufschwung erlebten, weil die Familien im Lockdown bereit waren, ordentlich Geld auszugeben, um es sich zusammen so schön wie möglich zu machen und sicherzustellen, dass die Kinder, die aufgrund des Fernunterrichts viel Zeit am Computer verbrachten, eine sinnvolle und nützliche Beschäftigung hatten, konnten Plüschwaren nicht von diesem Trend profitieren.

Plüschfiguren ein Garant für gute Umsätze im Spielzeughandel 

Bevor wir uns konkret ansehen, warum das Jahr 2020 für Plüsch schlechter gelaufen ist als für andere Kategorien, müssen wir uns zuerst klarmachen, warum Stofftiere eigentlich so beliebt sind.

Als Erwachsene neigen wir dazu, von allen Sinnen primär unser Sehvermögen zu nutzen. An zweiter Stelle kommt dann das Hören. Kinder befinden sich dagegen noch in der Entwicklung und interagieren je nach Entwicklungsstufe auf einer anderen sensorischen Basis mit ihrer Umwelt. Je jünger ein Kind ist, desto wichtiger ist der Tastsinn als primärer sensorischer Reiz. Dieser Unterschied verblasst allmählich, wenn das Kind älter wird. Jedoch neigen Kleinkinder bis zum Vorschulalter dazu, besonders stark auf Berührungen und taktile Erfahrungen überhaupt zu reagieren. Kinder fassen Plüschspielzeuge gerne an, weil sie aus weichen formbaren Materialien bestehen, und diese Tatsache stellt mit den wichtigsten Treiber für die Umsätze bei Plüsch dar. Dieser Effekt macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn Kinder beim Gang durch ein Geschäft ein Stofftier in die Hand nehmen, es anfassen und in den Arm nehmen können. Dabei entsteht häufig eine starke Bindung zu dem Spielzeug, die es den Eltern schwer macht „Nein“ zu sagen, selbst wenn sie den Artikel eigentlich nicht kaufen wollen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Gefühl von Geborgenheit, das Plüschtiere vermitteln. Manchmal ist die Welt für kleinere Kinder einfach zu groß und bedrohlich. Ein Tier, das man knuddeln kann, schafft ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit. Was eine Kuscheldecke alles bewirken kann, ist hinlänglich bekannt, und denselben Effekt kann auch ein Lieblingskuscheltier haben. Wir bekommen immer wieder Anfragen von verzweifelten Eltern, die wissen wollen, wo sie Ersatz für ein verloren gegangenes Stofftier finden können. Einmal stand unser ganzer Betrieb Kopf, weil ein Kind seinen besten Freund verloren hatte, ein Tigerbaby aus Plüsch. Der Vater des Kindes war ganz durch den Wind, weil sein Kind so sehr an dem Stofftier hing. Plüschtiere können also im Leben eines Kindes enorm wichtig sein. Wie auch ein Haustier ein Teil der Familie wird, kann für kleine Kinder ein Stofftier genau diese Rolle spielen.

in weiterer wichtiger Umsatztreiber ist die Tatsache, dass man sich mit Plüschspielzeug seine Lieblingsfiguren aus Film, Fernsehen, Video On Demand (VOD), YouTube und anderen Medien direkt ins Kinderzimmer holen und zum Leben erwecken kann. Ein Kind, das ganz vernarrt in SpongeBob oder Mickey Maus ist, kann sich so seinen Filmhelden ganz einfach nach Hause holen. Wir wissen alle, dass Fantasiewelten eine zentrale Rolle im kindlichen Spiel einnehmen. Kinder setzen ihre Spielzeuge oft für Rollenspiele ein und lernen auf diese Weise, ihre Gefühle zu entwickeln und sich auszudrücken. Plüschfiguren, die durch Charaktere aus Film und Fernsehen inspiriert sind, sind ein wichtiger Teil der Kategorie Plüsch, und zwar nicht erst seit gestern. 

Schwierige Zeiten für Plüschspielzeug

Trotz all dieser Umsatztreiber gab es eine Reihe von Faktoren, die sich im Jahr 2020 negativ auf die Kategorie Plüsch ausgewirkt haben, und es ist damit zu rechnen, dass dieser Effekt auch noch in der ersten Hälfte 2021 anhalten dürfte.

Wie bereits weiter oben beschrieben stellt die Möglichkeit, Plüschtiere im Laden anzufassen, einen wichtigen langfristigen Faktor für die Generierung von Umsätzen in dieser Kategorie dar. Da die Spielwarengeschäfte in zahlreichen Ländern geschlossen waren und es mancherorts sogar Ausgangsbeschränkungen gab, konnten Kinder viel weniger als in vergangenen Jahren Spielzeug anfassen und ausprobieren und sich folglich auch nicht in ein bestimmtes Kuscheltier verlieben. Darüber hinaus haben Eltern verstärkt darauf geachtet, dass ihre Kinder nicht alles anfassen, weil sie die Corona-Pandemie nicht noch weiter befeuern wollten. All das war ohne Frage eine große Herausforderung für Hersteller und Handel.

Ein weiterer Faktor, der das Geschäft mit Plüsch im Jahr 2020 beeinträchtigte, waren die fehlenden Kinopremieren, denn ein Film nach dem anderen wurde zuerst auf 2021, dann auf 2022 oder sogar noch weiter in die Zukunft verschoben. Kinoketten blieben auf der ganzen Welt geschlossen. Teils weil nicht genügend Filme da waren und teils aufgrund gesetzlicher Auflagen. Dadurch gab es weniger Massenveranstaltungen in den Kinos, was dazu führte, dass die Marketingbudgets, die eigentlich für den Launch großer Filmproduktionen vorgesehen waren, gar nicht ausgeschöpft wurden. Zwar konnte Video on Demand einen Teil des Rückgangs auffangen, lieferte jedoch nicht genug Schwung, um die Verluste wirklich zu kompensieren. Dieser Wegfall eines der wichtigsten Umsatztreiber hat sich natürlich auch auf das Lizenzgeschäft mit Plüschwaren ausgewirkt. Zwar heißt es bei manchen Marken mittlerweile, dass man die Flaute überstanden habe, aber im Großen und Ganzen war und ist der Markt für Plüsch sehr schwierig, während andere Kategorien bei den Umsätzen ordentlich zulegen konnten.

Licht am Ende des Tunnels

Es gibt jedoch nicht nur Schatten im Plüschsegment. Bereits 2020 gab es einige Lichtblicke, und die Aussichten für die Zukunft sehen sogar noch besser aus.

Durch den erfolgreichen Launch und das atemberaubende Wachstum von Disney+ gibt es einerseits kurzfristig eine Alternative zu Kinopremieren und andererseits langfristig eine ganz neue Plattform, über die Nachfrage nach Plüschwaren generiert werden kann. Der Ansturm auf Plüschartikel (und andere Spielzeuge), die auf Baby Yoda aus der äußerst erfolgreichen Serie The Mandalorian von Disney+ basieren, hat eindrucksvoll bewiesen, dass man mit Video on Demand sehr wohl Umsätze generieren kann - besonders dann, wenn die Figur sich für Plüsch besonders gut eignet. 

Vergessen werden darf auch nicht, dass es in den ersten beiden Jahren nach überstandener Pandemie erst einmal Filme in Hülle und Fülle geben wird und dass Disney+ und andere VOD-Plattformen parallel dazu neue Produktionen in den Markt drücken werden. Wir haben also guten Grund zu hoffen, dass die Pandemie ein Sturm ist, der sich wieder legt, und danach auch für die Kategorie Plüsch die Sonne wieder scheint.

Info

Auf der Spielwarenmesse finden Sie eine Vielfalt von klassischen sowie modernen Puppen, Stofftieren und Zubehör bis hin zu Lizenzartikeln und Designprodukte.

Zur Produktgruppe Puppen, Plüsch 

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