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Fachgruppe Holzspielzeug lud zum „gedanklichen Auffrischungsgipfel“

Die Fachgruppe Holzspielzeug, 2011 auf Initiative des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) entstanden und im März 2012 offiziell ins Stuttgarter Vereinsregister eingetragen, lud unter der Leitung ihres neuen Vorstandes zum „gedanklichen Auffrischungsgipfel“ am 29. April 2021 ein, um die Road Map 2021+ vorzustellen.

Der DVSI berichtet: „Zentrale Themen des virtuellen Meetings waren die Bedeutung der Holzspielzeughersteller im deutschen Spielwarenwarenmarkt, die Kommunikationsstrategie in den nächsten Monaten sowie ein Fachvortrag über Trends und Themen im Spielwarenmarkt durch den Gründer des Marktforschungsinstitutes iconkids & youth, Axel Dammler.  

Der Markt für Holzspielwaren behauptet sich im Konzert der Trend- und Lizenzspielwaren. Mit einem Marktvolumen von rund 150 Mio. € (nach eigenen Berechnungen) über alle Vertriebswege hinweg entwickelte sich die Nische in den letzten Jahren sogar ‚sehr dynamisch‘, so Sebastian Kornblum, Vorsitzender der Fachgruppe und Product Manager BRIO. Der Mega-Trend Nachhaltigkeit spielte dabei den Anbietern in die Karten. Die Vorzüge von Holzspielzeug sollen jetzt noch stärker einer breiten Öffentlichkeit, vor allem Endverbrauchern und Medien, kommuniziert werden. Im Oktober, so die vorläufige Planung, soll deshalb eine neu konzipierte, gemeinsame Website an den Start gehen. Als Positiv-Beispiel nannte Nadja Lüders, 2. Vorsitzende der Fachgruppe, die sehr professionell gestaltete Online-Präsenz der Fachgruppe Modellbahn.

Marktforscher Axel Dammler informierte über die gesellschaftlichen Trends und die aktuellen Studienergebnisse über das Kaufverhalten von Eltern. Zu den Mega-Trends zählen Nachhaltigkeit und Bildung. Der Marktforscher warnte die Holzspielwarenhersteller allerdings davor, sich allein auf die Qualität des Werkstoffes Holz auszuruhen, weil Material nicht die einzige Dimension sei, die beim Kauf entscheidet. Zudem spiele der Aspekt Nachhaltigkeit nicht die Rolle wie bei Bekleidung, Körperpflegeprodukten und Babynahrung, weil Konsumenten vor allem den „Spaßfaktor“ bei Spielzeugen suchen. Perspektivisch betrachtet geht der originäre Vorteil von Holz vermutlich sogar verloren, weil der Verbraucher Nachhaltigkeit als ‚Grundnutzen‘ wie geprüfte Sicherheit bei Spielwaren erwartet. Dammler empfahl, zukünftig stärker den Fokus auf die Aspekte Design und Funktion zu legen oder das Markenimage zu forcieren, um ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal aufzubauen. Gleichzeitig hob der Marktforscher hervor, dass die Relevanz von Lizenzen weiter zunehmen wird.  

Die Implementierung von Compliance-Richtlinien spielt eine immer zentralere Rolle innerhalb der Unternehmen, um rechtskonformes Verhalten auf dem Gebiet des Kartellrechts sicherzustellen, das zum Beispiel aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen zwischen Unternehmen verbietet. Das gelte auch für die Arbeit von Fachgruppen. Darauf wies Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des DSI, hin. Der DVSI habe deshalb Ende 2020 eine Compliance für Verbandsarbeit verabschiedet, um Kartellrechtsverstöße zu unterbinden. Die Sensibilität des Themas müsse deshalb auch jede Fachgruppe im Blick behalten. Als einen wichtigen und richtigen Schritt hob Brobeil die Gründung der Toy Fair Organisation (FTO) hervor, die nicht zuletzt durch das Engagement des DVSI gegründet wurde und in der bereits namhafte Spielzeughersteller wie Sigikid, Zapf und Kosmos vertreten sind.

Die gemeinsame Winterausstellung auf der Insel Mainau, die pandemiebedingt im November 2020 beendet werden musste, wird in diesem Jahr nachgeholt. Die Ausstellung wird am 15.10. eröffnet und läuft bis zum 13.2.2022. Der DVSI wird die Ausstellung mit ‚Steckenpferd-Ausleihstationen‘ unterstützen.“