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Handel mit Kinderausstattung wieder auf Spur

Die Corona-Krise ist auch am Handel mit Baby- und Kinderausstattung nicht spurlos vorbeigegangen. So gaben Eltern in 2020 für ihre Kleinsten in den ersten 3 Lebensjahren nach Einschätzung des IFH Köln 2,45 Mrd. Euro aus. Sie investierten damit 4,5 % weniger als im Vorjahr. Umgerechnet sind das ca. 1.048 Euro pro Kind. „Kurzarbeit, geschlossene Geschäfte und die generelle Unsicherheit in der Pandemie haben die Kauflaune der Konsumenten kurzfristig gedämpft. Aber: An Kindern wird zuletzt gespart. Deshalb stehen die Zeichen schon wieder deutlich auf Erholung“, so Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverband Spielwaren (BVS).

Bemerkenswert: Nach einer leichten „Baby-Flaute“ im Jahr 2020 (-0,6 % im Vergleich zum Vorjahr) entpuppt sich Corona als wahrer Storch und sorgt für einen Blitz-Babyboom im März 2021. Laut vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen im März 2021 65.903 Kinder zur Welt - 10 % mehr als im Vorjahr. So viele Geburten gab es zuletzt im März 1998. Zeitlich hängt die Entstehung der März-Babys mit dem Abflachen der ersten Corona-Welle ab Mai 2020 zusammen.

Kinderwagen: Mehr Outdoor-Aktivitäten in Corona-Zeiten

Bei dem Kauf eines Kinderwagens achten Eltern vermehrt auf gute Qualität, Nachhaltigkeit und Komfort. Gerne gehen sie hierfür in ein Fachgeschäft und lassen sich beraten. Und das immer früher: Werdende Eltern schaffen den Kinderwagen oft schon in den ersten Monaten der Schwangerschaft an. Laut dem Marktforschungsunternehmen Interconnection Consulting kauften die Deutschen in 2020 insgesamt 698.096 Kinderwagen (inkl. Buggys). Das entspricht einem Minus von ca. 15 % gegenüber dem Vorjahr. Fehlende Anlässe wie Reisen, auf denen ein kompakterer Wagen benötigt wird oder die schwächere Geburtenrate erklären den Einbruch im Kinderwagensegment. Der Trend zu Outdoor-Aktivitäten mit Kind hat dagegen durch Corona noch einmal zugelegt. Kombi-Kinderwagen, die gleichzeitig als Jogger und Fahrradanhänger benutzt werden können, sind stark gefragt.

Autokindersitze: +15 % nach Corona-Flaute

Der Markt für Autokindersitze hat im Jahr 2020 ebenfalls unter der Pandemie gelitten. Die Deutschen kauften letztes Jahr laut Interconnection Consulting rund 2,1 Millionen Autokindersitze – das sind knapp 14 % weniger als im Vorjahr. Im April 2020, in dem der stationäre Baby- und Spielwarenfachhandel geschlossen blieb, verzeichnete die Produktkategorie laut GfK sogar einen Rückgang von –46 % (in Wert, gemessen am GfK Panelmarkt.)

Verglichen mit dem schwachen ersten Halbjahr 2020, fielen die Umsätze laut GfK für die erste Jahreshälfte 2021 mit einem Plus von 15 % positiv aus. Der Großteil des Wachstums fand im Onlinehandel statt (+20 %), jedoch auch die stationären Geschäfte verzeichneten einen Anstieg von 9 %. Das Onlinegeschäft gewinnt somit zunehmend an Bedeutung. Wurde im ersten Halbjahr 2020 54 % des Umsatzes für Autokindersitze online erzielt, so waren es in den ersten 6 Monaten 2021 bereits 57 %. Während der Umsatz im stationären Handel überwiegend aus Verkäufen von I-size Sitzen (europäischer Sicherheitsstandard) bzw. Kindersitzen der kleinsten Altersgruppen (0/0+, 0+/1) resultierte, hatten im Internet weiterhin die Sitzgruppen 1/2/3 und 2/3 den größten Umsatzanteil.

Baby- und Kleinkindspielzeug: Positiver Trend fortgesetzt

Auch in 2020 haben die Deutschen – wie bereits in den Vorjahren - mehr Geld für Baby- und Kleinkindspielzeug ausgegeben. Laut Verbraucherpanel Spielwaren der npdgrouplegte der Umsatz bei Spielzeug für unter 3-Jährige um 2,4 % zu: Zählt man alles, was laut npdgroup-Statistik für unter 3-Jährige gekauft wird, wie Sandspielzeug, Lego duplo, Brettspiele oder Bobby Cars, gaben die Deutschen 2020 547 Mio. Euro aus.