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Otto Group: Online-Handel treibt den Umsatz in der Pandemie

Mytoys-Gruppe konnte den Umsatz auf 894 Millionen Euro erhöhen, ein Plus von 24,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum

Die Otto Group hat das zurückliegende Geschäftsjahr 2020/21 (28. Februar) trotz der enormen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie „überaus erfolgreich abgeschlossen“. Die Unternehmensgruppe konnte ihre Umsätze nach eigenen Angaben weltweit auf vergleichbarer Basis um 17,2 Prozent auf rund 15,6 Milliarden Euro steigern.

Die reinen E-Commerce-Umsätze legten weltweit deutlich um 25,6 Prozent auf vergleichbarer Basis auf rund 9,9 Milliarden Euro zu. In Deutschland stiegen sie auf 7,0 Milliarden Euro. Damit erzielte die Otto Group im Heimatmarkt eine Steigerung der Onlineumsätze um 24,1 Prozent, die über dem Marktwachstum im deutschen E-Commerce lag.

Die erfreuliche Geschäftsentwicklung bei vielen Konzerngesellschaften schlug sich auch in einem deutlich besseren Ertrag auf allen Ergebnisebenen nieder. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 432 Millionen Euro auf 688 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verdreifachte sich aufgrund der guten operativen Entwicklung sowie vor allem durch Anteilsverkäufe von 291 Millionen Euro auf 1,104 Milliarden Euro; der Jahresüberschuss stieg entsprechend von 214 auf 971 Millionen Euro.

Strategische Ziele vorzeitig erreicht

Dank der sehr guten geschäftlichen Entwicklung konnten bei Umsatz und der Profitabilität Ziele erreicht werden, die in der vor vier Jahren formulierten Strategie der Otto Group erst für das Geschäftsjahr 2022/23 avisiert waren. Mit einem verbesserten Cashflow, einer gestärkten Eigenkapitalquote und einem deutlichen Kundenzuwachs konnten darüber hinaus weitere wesentliche Erfolge erzielt werden.

„Fokussierte Wachstumsstrategie konsequent umgesetzt“

Auch im pandemiebedingt herausfordernden Geschäfts- und Marktumfeld habe sich die fokussierte Wachstumsstrategie der Otto Group, bei der gezielt in Konzerngesellschaften mit besonders vielversprechenden Wachstums- und Ertragsperspektiven investiert wird, als der richtige Weg erwiesen. Der Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr zeige, dass sich die definierten Fokusunternehmen erneut sehr gut entwickelt haben und ihren Umsatz, auf vergleichbarer Basis, in Summe um 19,2 Prozent steigern konnten.

Die auf die Zielgruppe Familie fokussierte Mytoys-Gruppe konnte den Umsatz auf 894 Millionen Euro erhöhen, ein Plus von 24,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die zu Mytoys gehörende Shopping Community Limango wuchs überproportional um 31,7 Prozent auf 358 Millionen Euro.

Die Zahl der rechnerischen Vollzeitstellen der Otto Group ist – auf vergleichbarer Basis – von 48.756 um 2,3 Prozent auf 49.895 leicht gestiegen. So wurde bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften sowohl im Segment Multichannel-Einzelhandel als auch im Segment Service die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der stark expansiven Geschäftstätigkeit erhöht. In Deutschland sank die Anzahl der Vollzeitstellen auf vergleichbarer Basis leicht um 0,7 Prozent auf nunmehr 26.821. In Hamburg gab es einen moderaten Anstieg der Beschäftigten um 103 auf 9.263 Vollzeitstellen.

Otto Group geht „gestärkt aus der Krise“

Auch im bereits begonnenen Geschäftsjahr zeige sich in den ersten Monaten eine umsatz- und ergebnisseitig weiterhin positive Entwicklung des Konzerns. Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Lage habe sich der Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern mit einer Weiterentwicklung der bisherigen fokussierten Wachstumsstrategie für die kommenden Jahre neue, noch ambitioniertere Ziele gesetzt: Der Umsatz soll mittelfristig deutlich stärker steigen als im Schnitt der Vor-Corona-Jahre, die Ertragskraft soll weiter erhöht werden und das Investitionsvolumen soll bei weiterhin solider Bonität weiter steigen. Mittelfristig wird eine weitere Steigerung der Eigenkapitalquote angestrebt, derzeit liegt sie bei 20,8 Prozent.

Ausblick

Auch das Geschäftsjahr 2021/22 wird nach Einschätzug der Otto Group weiterhin unter dem Einfluss der weltweiten Corona-Pandemie stehen. Dennoch sei davon auszugehen, dass mit dem Fortschreiten der bereits begonnen Impfkampagnen in vielen Ländern, in denen die Otto Group aktiv ist, sowie dem Abbau der pandemiebedingten Einschränkungen absehbar eine Normalisierung des Konsumverhaltens im Verlauf des Geschäftsjahres eintreten wird.

Gleichzeitig geht die Otto Group davon aus, dass sich das Wachstum im E-Commerce weiterhin sehr dynamisch entwickeln wird. So werden vor allem im Textilbereich steigende Umsätze erwartet, aber auch die Sortimente Möbel und Technik würden sich, wenn auch nicht in gleichem Maße wie im Vorjahreszeitraum, weiterhin positiv entwickeln. Dank der „konsequenten, fokussierten Transformation der Geschäftsmodelle“ und der „stabilen finanziellen Basis“ blicke die Otto Group positiv gestimmt in die Zukunft und erwarte ein gutes Geschäftsjahr 2021/22 mit einem ordentlichen Umsatzzuwachs und einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau.