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Spieleverlage freuen sich über Re-Start der Spieletage in Essen

Mitgliederversammlung des Spieleverlage e.V.

Nach einem Jahr Pause und einer digitalen Ausgabe im letzten Jahr fand die weltweit größte Publikumsausstellung für Spiele, die SPIEL Essen, unter Corona-Auflagen - 3G-Regel, durchgehende Maskenpflicht, Tickets ausschließlich online – wieder statt. Rund 600 Aussteller aus 41 Ländern nutzten den Re-Start der Messe, um ihre Neuheiten zu präsentieren. Herrschte bei der Bekanntgabe, die Spieletage wieder als Präsenzveranstaltung durchzuführen, noch durchaus Skepsis unter vielen Ausstellern, wie die Massen von Spiele-Fans, die sonst die Hallen stürmen, in Einklang mit der Corona-Pandemie zu bringen sind, sprachen die Mitglieder der DVSI Gruppe Spieleverlage e.V. bereits nach dem ersten Tag von einem „tollen“ Re-Start und einer „tollen Stimmung“ in den Messehallen. „Nach mehr als anderthalb Jahren Homeoffice und Zoom-Konferenzen scheint der Drang, wieder echte Beziehungen herstellen zu können, stärker denn je – trotz latenter Gefahren. Das lässt auf 2022 und die Spielwarenmesse hoffen,“ so der DVSI.

Die Spieletage dienten auch der jährlichen Mitgliederversammlung des Spieleverlage e.V.. Auf der Agenda standen Geschäftsbericht, Finanzbericht, Genehmigung der Jahresrechnung 2020, die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung, die Wahl des Vorstandes, die Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zwecks Klassifizierung von Spielen, Puzzle und Spielwaren, sowie die Themen Weltspieltag, Zwischenstand Verfahrensgemeinschaft Katalog ZSVR/Einstufung von Spielwarenverpackungen und die Entwicklung der Strategie für die kommenden Jahre.

Die von DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil nach den kartellrechtlichen Hinweisen präsentierte Jahresrechnung 2020 wurde einstimmig genehmigt, Vorstand und Geschäftsführung entlastet. Die Satzung des Vereins wurde um einen Passus über die Zulässigkeit von Online-Mitgliederversammlungen erweitert, sodass diese zukünftig auch digital möglich sind. Online-Mitgliederversammlungen ohne entsprechende Regelung in der Satzung seien, so Brobeil, vom Gesetzgeber nur noch bis 31. August 2022 durch eine Sonderregelung gedeckt. Der DVSI hat dafür bereits in der Mitgliederversammlung 2020 die Weichen in seiner Satzung gestellt. Hermann Hutter, Ge­schäftsführender Gesellschafter Hutter Trade, Günzburg, und Mag. Dieter Strehl, Geschäftsführender Gesellschafter Piatnik, Wien, wurden in ihren Ämtern als Vorstandsvorsitzender und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Spieleverlage e.V. bestätigt.

Klassifikation sowie eine Checkliste für eine möglichst einheitliche Vergabe von Themen sind für den Buchhandel essentiell, um bestimmte Titel überhaupt finden zu können. Ein solche Klassifizierung oder Standardisierung strebt der Spieleverlage e.V. zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandelsauch für Spiele/Puzzle und Spielwaren an. Der finale Entwurf liegt nun vor, sodass mit einer Warengruppensystematik demnächst zu rechnen ist. Zäher würden sich hingegen die Diskussionen mit der „Zentrale Stelle Verpackungsre­gister“ gestalten, so Brobeil in seinem Lagebericht. „Leider ist es uns noch nicht gelungen“, so Ulrich Brobeil, „mit all unseren Argumenten bei der Stiftung durchzudringen. Das betrifft vor allem die Anliegen der Hersteller von Kartenspielen, aber auch Modellbahnproduzenten.“ Im Herbst ist ein weiteres Gespräch mit der ZSVR geplant. Der DVSI will berichten.

Spiele & Puzzle dienten als neuer „sozialer Kitt“ der Deutschen in der Pandemie. Zweistellige Zuwachsraten im letzten als auch die weiterhin glänzende Konjunktur im diesem Jahr bestätigen die Ausnahmestellung der Warengruppe innerhalb des Spielwarenmarktes. Was wird aber die Zukunft bringen? Bleiben die in der Pandemie gewonnenen neuen Zielgruppen dem Spiel erhalten? Lässt sich der Stellenwert des Spielens, der Value of Play, noch breiter in die Gesellschaft tragen? Oder brauchen die Spieleverlage e.V. neue Kommunikationsinstrumente in der Post-Corona-Zeit, etwa Social Media, um die Position weiter auszubauen?

Unter Führung des DVSI entwickelt der Spieleverlage e.V. jetzt die Strategie für die kommenden Jahre. Eine eigens eingerichtete „Working Group“ soll dabei im Rahmen einer strategischen Analyse Verbesserungspotentiale erarbeiten. Ein weiterer Ansatzpunkt für die Spieleverlage, Spiele in den Fokus zu rücken, sei z.B. der Weltspieltag, der jedes Jahr am 28. Mai stattfindet und der im deutschsprachigen Raum vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem „Bündnis für Recht auf Spiel“ koordiniert wurde. „Das Recht auf Spiel findet sich auch in der UN-Kinderrechtskonvention in Artikel 31“, so Ulrich Brobeil. Am Anfang steht aber erst einmal eine Ist-Analyse der derzeitigen Situation. In den kommenden Wochen beginnt der DVSI mit einer Mitgliederbefragung unter den Verlagen.

Quelle: Deutscher Verband der Spielwarenindustrie (DVSI)