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Spielwarenbranche kann sich der Preisentwicklung nicht entziehen

DVSI Virtual Coffee Break

Die Inflationsrate erreichte im April 2021 mit 2% den Höchststand seit zwei Jahren. Das teilte das Statistische Bundesamt pünktlich zur heutigen DVSI Virtual Coffee Break „Teure Rohstoffe – Geht in der Spielwarenbranche die Inflationspost ab?“ des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) mit. Damit erhöhte sich die Inflationsrate den vierten Monat in Folge. Wir berichteten.

Was bedeutet das aber für die Wirtschaft, die Spielwarenbranche im Besonderen und die Konsumhaltung im Allgemeinen? Der Makroökonom Klaus Wohlrabe vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, kurz ifo, stellte in einem Impulsvortrag am heutigen Mittwoch seine aktuellen Umfrageergebnisse rund 60 Teilnehmern vor.

Die „Materialknappheit“ erreicht laut ifo Institut mit 45 % einen historischen Rekord im verarbeitenden Gewerbe, während die befragten Unternehmen ihre Geschäftslage sehr gut einschätzten und die Kapazitätsauslastung über dem Durchschnitt läge. „Der Nachfrageschub aus Amerika und Asien“, so Wohlrabe, „dazu die gigantischen Konjunkturprogramme in den USA haben dazu geführt, dass die Rohstoffpreise explodiert sind.“ Die Materialkrise und der Mangel an Vorprodukten trifft die Industrie allerdings in einem „günstigen Moment“, weil die Nachfrage höher ist als das Angebot. Die Rohstoffknappheit kostet laut Expertenberechnungen aber auch 0,3 Prozentpunkte Wachstum. Eine monokausale Erklärung für die Konjunktur- und Preisentwicklung sei dennoch schwierig, so Wohlrabe weiter, weil diverse Faktoren hier zusammenkämen: hohe internationale Nachfrage, Zurückhaltung bei Bestellungen im Krisenjahr 2020, Logistikprobleme, Wechselwirkung von Branchen, selbst „höhere Gewalt“ würde eine Rolle spielen.

Die komplexe Gemengelage wirkt sich laut ifo Institut auch auf die Preise aus. 33 % der befragten Unternehmen erwarten steigende und fast 80 Prozent der Konsumenten rechnen mit „gering­fügig“ oder „deutlich steigenden“ Preisen. „Die Spielwarenindustrie wird nicht verschont werden“, so der Forscher, „die Preise werden wahrscheinlich an Konsumenten weitergegeben.“ Trotz steigender Preise, Hoffnung bot Klaus Wohlrabe den Teilnehmern der DVSI-Runde auch. Die Sparquote der Deutschen habe sich im vergangenen Jahr verdoppelt. „Wir haben hier aufgestauten Konsum.“ Wo das Geld allerdings hinfließt, bleibt eine offene Frage.

Die Coffee Break am heutigen Mittwoch liefert zugleich den Startschuss für eine weitergehende Zusammenarbeit von DVSI und ifo Institut. Zukünftig soll die Spielwarenindustrie in den monatlichen ifo Index stärker eingebunden werden. Der DVSI wird vorab mit seinen Mitgliedern und im Anschluss mit dem ifo Institut an einem Fragebogen für die Spielwarenindustrie arbeiten, um zukünftig ein aussagekräftiges monatliches Stimmungsbild zu erhalten. Die Ergebnisse des ifo-Branchen-Index werden allen DVSI Mitgliedern exklusiv und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Quelle: DVSI