Macher

Fans der Popkultur voll Sammelleiden­schaft

Interview mit Andy Oddie, Funko
Funko - Ghostbusters

Spielwarenmesse:

Funko hat die Herzen vieler Sammler gewonnen. Was macht Ihr Unternehmen so erfolgreich und einzigartig?

Andy Oddie, Funko EMEA

Andy Oddie: 

Grundlage unseres Erfolgs ist, dass wir einen unverwechselbaren Vertriebs- und Marketingstil haben, der bei unserer Zielgruppe sehr gut ankommt. Wir bespielen in erster Linie die Interaktionskanäle, von denen wir überzeugt sind – häufig sind das die sozialen Medien im Zusammenspiel mit neuem und exklusivem Content. Und wir sind ziemlich stolz auf unseren Speed to Market bei Neulizenzen, auf unsere breite Palette an IP-Rechten und auf unsere Markenstrategie.

Jeder hat einen anderen Lieblingssuperhelden oder -charakter, doch Funko hat sie gefühlt alle. Wie viele Lizenzen hat Funko bereits und welche sind die erfolgreichsten?

Andy Oddie: 

Wir haben über 1.200 Lizenzverträge, aber es gibt es bei uns untypischerweise keine Verdichtung auf bestimmte Themen. Zu unseren jüngsten Erfolgen gehören Fortnite, Avengers: Endgame und Harry Potter. Wir sind immer auf der Suche nach den neusten Trends, TV-Formaten und generell dem magischen Moment, bei dem wir ein Interesse des Verbrauchers an etwas Besonderem ausmachen können, was die Funko-Fans anturnt.

Woher wissen Sie, welche neuen Lizenzen in Ihrem Sortiment nicht fehlen dürfen und wo erhalten Sie Inspiration für neue Charaktere?

Andy Oddie: 

Es ist unser Ziel, immer ganz vorne mit dabei und innovativ zu sein und in Verbindung mit unserer Zielgruppe zu bleiben, die ja „always on“ ist. Außerdem kooperieren wir mit Rechteinhabern, um startbereit zu sein, sobald ein Inhalt live geht. Und wir sprechen viel mit unseren Fans. Viele unserer Angestellten begeistern sich auch privat für Popkultur. Dadurch bekommen wir einen guten Einblick, was derzeit cool ist und zu Geld gemacht werden kann.

Auf welche Marketingmaßnahmen setzt Ihr Unternehmen, um den Hype um Funko aufrechtzuerhalten?

Andy Oddie: 

Wir haben eine starke Präsenz in den sozialen Medien, wo wir ganz unterschiedliche Plattformen bespielen. Dadurch wollen wir nicht nur das Interesse an Funko steigern, sondern auch ganz konkrete Themen pushen. Über die sozialen Medien können wir blitzschnell auf jede Entwicklung auf unseren Plattformen reagieren. Außerdem nehmen wir an zahlreichen Fan-Events teil – das dürften weltweit mehr als 100 jedes Jahr sein. Dort erreichen wir mit unserer Message direkt potenzielle Kunden und vorhandene Fans. Im Zuge der Corona-Krise haben wir außerdem begonnen, online virtuelle Events zu veranstalten, die in ihrer Machart Comic Conventions ähneln.

Funko hat nicht nur Lizenzen aus dem Entertainment-Bereich, sondern legt mit Videos und Podcasts selber hohen Wert auf Unterhaltung, um den Kunden die Produkte näher zu bringen. Welchen Mehrwert haben diese Content-Formate für das Unternehmen?

Andy Oddie: 

Animation in jeder Form generiert immer auch einen Mehrwert, denn dadurch klicken sich die Leute durch das Funko-Universum. Das kann man im Internet oder im stationären Handel machen, und so miterleben, wie unsere stilisierten Produkte zum Leben erweckt werden – und zwar in einer Art und Weise, die nicht viele Hersteller beherrschen.

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene spielen und sammeln Actionfiguren. Welches Potenzial sehen Sie in dieser Zielgruppe?

Andy Oddie: 

Das Durchschnittsalter unserer Kunden liegt bei 34. Diese Zahl macht klar, dass unsere Chancen in der Zielgruppe der Erwachsenen am besten sind. Viele Lizenzen und Rechte, die wir nutzen, sind auf diese Altersgruppe zugeschnitten und in der Regel auch nicht geschlechtsspezifisch. Das heißt, dass wir mit unseren Designs ein möglichst breites Publikum ansprechen.

Covid-19 hat die Spielwarenbranche vor große Herausforderungen gestellt. Welche Auswirkungen hat die Pandemie für Funko und wie gehen Sie damit um?

Andy Oddie: 

Über unsere Partner im Onlinehandel haben wir ein starkes Umsatzwachstum gesehen. Auch bei den Kunden, die trotz der Pandemie weiter offen haben durften, also vor allem den großen Supermärkten, war der Anstieg bei den Einzelhandelsumsätzen im Jahresvergleich ordentlich. Nachdem die Anbieter nicht lebenswichtiger Güter im Juni wieder öffnen durften, gab es auch in diesem Bereich häufig einen spürbaren Ausreißer nach oben im Vergleich zu denselben Wochen des Vorjahres. Das ist ein gutes Zeichen, weil es ein Indiz dafür ist, dass es bei den Verbrauchern Nachholbedarf gibt, der jetzt mit Wiedereröffnung der Geschäfte in der Fläche unseren Schlüsselkunden zugutekommt.

Vielen Dank für das Interview, Herr Oddie. 

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